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Kleinstobjektsuche und SchaSu: Wenn ein winziger Gegenstand zur grossen Aufgabe wird

5. Sept.
3 Min. Lesezeit

Was ist Kleinstobjektsuche oder SchaSu eigentlich? Warum ist diese Form der Nasenarbeit eine so tolle Beschäftigung für Hunde? Und gibt es Prüfungen, die man gemeinsam absolvieren kann?


Nachdem ich selbst meine erste SchaSu-Prüfung absolviert habe, möchte ich euch diese noch eher unbekannte Hundesportart etwas genauer vorstellen. Denn hinter der Suche nach einem winzigen Gegenstand steckt viel mehr als blosses Schnüffeln: Der Hund lernt, einen bestimmten Geruch selbstständig zu suchen, seinen Fund präzise anzuzeigen und trotz verschiedener Ablenkungen konzentriert bei seiner Aufgabe zu bleiben.


In diesem Blogbeitrag erfährst du, wie die Kleinstobjektsuche funktioniert und weshalb sich diese Beschäftigung für ganz unterschiedliche Hunde eignet. Möchtest du einen Aufbaukurs besuchen?



Was bedeutet SchaSu?

SchaSu ist die Abkürzung für Schatzsuche. Dabei handelt es sich um eine in der Schweiz organisierte Hundesportart, die von der Kommission Polydog der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft betreut wird.

Kleinstobjektsuche ist der allgemeinere Begriff für die Suche nach kleinen, zuvor aufgebauten Gegenständen. SchaSu überträgt dieses Prinzip in einen Hundesport mit festgelegten Regeln, Suchanlagen und Wettkämpfen. In Deutschland ist eine verwandte Form als Zielobjektsuche – kurz ZOS – bekannt.

Im SchaSu sucht der Hund seinen „Schatz“ in unterschiedlichen Anlagen. Gefragt sind eine intensive und möglichst selbstständige Suche sowie eine ruhige, genaue Anzeige.


Die drei Suchanlagen im SchaSu

Der Brockenhaufen

Der Brockenhaufen besteht aus verschiedenen Alltagsgegenständen. Der kleine Suchgegenstand wird darin versteckt. Der Hund muss die unterschiedlichen Gerüche und Materialien sorgfältig absuchen, seinen Gegenstand lokalisieren und die genaue Stelle anzeigen.

Die Schatztruhengasse

In einer Reihe stehen mehrere Behälter mit Öffnungen. Der Suchgegenstand befindet sich in einem dieser Behälter. Der Hund sucht die einzelnen Schatztruhen systematisch ab und zeigt die richtige Truhe an.

Die Zone

Die Zone ist eine markierte Fläche, beispielsweise auf Gras. Dort ist der kleine Gegenstand versteckt. Der Hund muss die Fläche selbstständig absuchen und den Fund möglichst präzise anzeigen. Wind, Bodenbeschaffenheit und Gerüche aus der Umgebung machen diese Aufgabe besonders spannend.


Warum ist Kleinstobjektsuche eine so tolle Beschäftigung?

Der Hund darf seine wichtigste Fähigkeit einsetzen

Hunde nehmen ihre Umwelt zu einem grossen Teil über die Nase wahr. Bei der Kleinstobjektsuche dürfen sie diese natürliche Stärke gezielt einsetzen. Für uns Menschen wirkt der Suchgegenstand vielleicht winzig und beinahe geruchlos – für die Hundenase enthält er eine Vielzahl an Informationen.




Die Aufgabe fordert Konzentration statt Tempo

Die Suche ist eine ruhige, aber anspruchsvolle Arbeit. Der Hund muss bei einer Aufgabe bleiben, unterschiedliche Gerüche verarbeiten und eine eigene Suchstrategie entwickeln. Dabei wird nicht wild einem geworfenen Gegenstand hinterhergerannt. Gefragt sind Genauigkeit, Ausdauer und konzentriertes Arbeiten.



Jeder Trainingsschritt kann angepasst werden

Die Schwierigkeit lässt sich sehr fein verändern: durch die Grösse und Lage des Verstecks, die Beschaffenheit des Suchbereichs, zusätzliche Gegenstände oder Gerüche sowie die Umgebung. Dadurch kann das Training an den jeweiligen Hund und seinen Ausbildungsstand angepasst werden.

Ein Einsteigerhund kann seinen Gegenstand zunächst in einer sehr übersichtlichen Situation suchen. Ein fortgeschrittener Hund arbeitet später in grösseren Suchbereichen und mit deutlich mehr Ablenkung.


Mensch und Hund werden zu einem Team

Obwohl der Hund bei der Suche möglichst selbstständig arbeiten darf, spielt der Mensch eine wichtige Rolle. Wir müssen lernen, unseren Hund genau zu beobachten: Arbeitet er noch am Geruch? Benötigt er mehr Raum? Hat er den Gegenstand bereits lokalisiert? Oder fragt er gerade bei uns nach Hilfe?

Dabei lernen wir viel über die individuelle Körpersprache und Arbeitsweise unseres Hundes. Gleichzeitig erlebt der Hund, dass sich die Zusammenarbeit mit seinem Menschen lohnt.


Die Suche ist vielseitig einsetzbar

Kleinstobjektsuche kann auf einem Trainingsplatz, zu Hause und – mit einem guten Aufbau – auch unterwegs durchgeführt werden. Sie braucht nicht zwingend viel Raum. Entscheidend sind ein sinnvoll gewählter Suchbereich, ein klarer Trainingsaufbau und passende Pausen.


Für welche Hunde eignet sich Kleinstobjektsuche?

Grundsätzlich lässt sich die Kleinstobjektsuche an sehr unterschiedliche Hunde anpassen – unabhängig von Grösse oder Rasse. Nicht jeder Hund arbeitet gleich, und genau das macht diese Beschäftigung so interessant.

Lebhafte Hunde können lernen, konzentrierter und sorgfältiger zu arbeiten. Zurückhaltende Hunde können durch selbstständig gelöste Aufgaben an Sicherheit gewinnen. Auch für ältere Hunde oder Hunde, die körperlich nicht mehr jede sportliche Beschäftigung ausüben können, kann Nasenarbeit eine schöne Möglichkeit sein. Das Training muss dabei selbstverständlich an den Gesundheitszustand und die Belastbarkeit des Hundes angepasst werden.

Wichtig ist nicht, dass der Hund von Beginn an perfekt sucht. Freude an der gemeinsamen Arbeit, ein kleinschrittiger Aufbau und eine passende Belohnung sind die Grundlage.


Macht Kleinstobjektsuche den Hund müde?

Konzentrierte Nasenarbeit fordert den Hund geistig. Viele Hunde wirken nach kurzen, passenden Sucheinsätzen zufrieden und brauchen danach Ruhe, um das Erlebte zu verarbeiten.

Mehr ist jedoch nicht automatisch besser. Gerade am Anfang reichen kurze Sequenzen. Zu lange oder zu schwierige Aufgaben können zu Frust und ungenauem Arbeiten führen. Deshalb gehören Pausen genauso zum Training wie die Suche selbst.

Kleinstobjektsuche ersetzt ausserdem weder Spaziergänge noch soziale Kontakte oder andere wichtige Bedürfnisse. Sie ist vielmehr eine wertvolle Ergänzung für einen abwechslungsreichen Hundealltag.


Wie kann ich starten?

Komm vorbei in den Aufbaukurs, in dem wir die Anzeige zusammen üben und die ersten kleinen Suchübungen mit deinem Hund machen!



 
 
 

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